Umbau: neuer Blog zum Thema Afrika / New blog concerning Africa

Aus Gründen der besseren Übersicht und der strikteren Trennung von Themenschwerpunkten habe ich mich heute dazu entschlossen, einen zweiten Blog anzulegen. Dieser findet sich ab heute unter http://contemplateafrica.wordpress.com/ und wird sich ausschliesslich mit Themen rund um Afrika, speziell die Sahel-Staaten, beschäftigen. Gebloggt wird dort in englischer Sprache. Wen der Themenbereich interessiert, der bookmarke sich doch die neue Adresse.😉

I have decided to create a second blog especially to write about matters concerning Africa. You can find this  new blog under http://contemplateafrica.wordpress.com/ where I will from now on blog about Africa, in particular about the nations in the Sahel region. Blogging language will be English only. Whoever is mainly interested in African subjects: please follow my new blog. 😉

Veröffentlicht unter Herten | Kommentar hinterlassen

Sahel – Ritt auf der Rasierklinge

(to read this article in English, please click here: https://diasporapiraterie.wordpress.com/2014/01/02/sahel-riding-on-the-edge/)

Das vergangene Jahr 2013 hat sich für die Region der Sahel-Staaten als unruhig erwiesen, in der westlichen Medienwahrnehmung in erster Linie repräsentiert durch die Konflikte in Mali, der Zentralafrikanischen Republik und zuletzt im Südsudan. Sicherlich liegt dies in Bezug auf die deutsche Medienlandschaft in erster Linie daran, dass sich die deutsche Bundeswehr in diesen Ländern an militärischen Einsätzen beteiligt hat. Andere Ereignisse, wie z.B. die verschiedenen Unruhen in der Demokratischen Republik Kongo oder die gewalttätigen Demonstrationen im Sudan finden allenfalls eine Erwähnung als Randnotiz. Leider scheint es derzeit so zu sein, dass es einer spektakulären Aktion oder eines blutigen Terroranschlags wie dem Angriff auf ein Einkaufszentrum in Nairobi im September 2013 bedarf, um tatsächlich in deutschen Medien eine intensive Berichterstattung über Ereignisse in einem afrikanischen Land auszulösen.

Dabei haben, von vielen Europäern ignoriert, die Ereignisse auf dem afrikanischen Kontinent direkten Einfluss auf unser alltägliches Leben. Dies drückt sich nicht nur durch die mit erschütternden Tragödien verbundenen Flüchtlingsbewegungen von Afrika in Richtung Europa aus, wir spüren dies nicht erst, wenn wieder Männer und Frauen unserer Streitkräfte zu einer. Friedenssicherungsmission geschickt werden oder Bilder von hungernden Kindern uns zur Weihnachtszeit zu Spendenaktionen aufrufen sollen. All dies steht vor allem für die unter Europäern häufig verbreitete Meinung, Afrika sei ein verarmter Kontinent voller Krieg, Hungersnöte und unfähiger Regierungen.

Natürlich ist das Gesamtbild weitaus komplexer. Es ist vor allem von wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen geprägt und betrifft uns deshalb, weil wir – wissentlich oder unwissentlich – jeden Tag Produkte nutzen, die auf Rohstoffen aus afrikanischen Staaten aufbauen, seien es Elektronikgeräte, die Kupfer aus dem Kongo enthalten, Teemischungen mit Hibiskus aus den Sudan oder Burkina Faso, Schmuckstücke mit Gold aus Mali, Fisch, der vor der afrikanischen Küste gefangen wurde. Die Ereignisse in Afrika beeinflussen uns und wir beeinflussen die Ereignisse in Afrika. Daher sollte es uns durchaus interessieren, was auf diesem Kontinent vor sich geht.

Die Frage, ob sich bislang politisch instabile Staaten wie Sierra Leone, die Elfenbeinküste oder Guinea in Zukunft zum Positiven oder Negativen entwickeln werden und ob hier weiteres Engagement von Außen notwendig sein wird, ist für Westafrika von großer Bedeutung. Etliche der 15 Staaten des westlichen Sahel leiden unter den Folgen politisch unsicherer Verhältnisse oder autoritärer Regime. Gleichzeitig gibt es hier aber auch das Gegenstück – wirtschaftliche Prosperität, kulturelle Vielfalt, Wachstum und Fortschritt. Dazu kommen allerdings auch ethnische, religiöse und territoriale Spannungen, die verschiedenste Gruppen für die eigenen Interessen auszunutzen versuchen.

Noch wird die militärische Rückeroberung der Aufstandsgebiete im Nordosten Malis international als Erfolg angesehen. Letzten Endes wird für die Zukunft des Landes aber entscheidend sein, ob die bereits mit zarten Erfolgen vor Jahren begonnene und dann unter den letzten Regierungen wieder eingeschläferte Aussöhnung und Verständigung mit den Tuareg neu aufgelegt und zu einem für alle Beteiligten zufriedenstellenden Ergebnis gebracht werden kann. Wenn die soziale, wirtschaftliche und politische Schieflage im Land nicht dauerhaft behoben wird, wird jeder Frieden auf brüchigen Fundamenten stehen und Mali stets ein Pulverfass bleiben.

Malis unsicherer Nachbar

Malis territoriale Integrität mag einstweilen gerettet sein – die militanten Islamisten sind damit aber keinesfalls besiegt. Die meisten von ihnen sind nach Mauretanien und Niger ausgewichen oder haben sich in Algerien in den Untergrund begeben. Von dort aus sickern sie entweder in andere Konfliktgebiete ab oder warten einfach darauf, dass abermals in einem der Nachbarländer eine innere Unsicherheitssituation auftritt. Versuche der Destabilisierung können seit Monaten beobachtet werden.

Niger ist einer der weltweit größten Exporteure von Uran. Mehr als ein Drittel der von Frankreichs Atomenergieindustrie benötigten Uranmenge stammt von dort. Dementsprechend aufmerksam dürfte man in Paris die Entwicklungen im Niger verfolgen, zumal die Intervention in Mali auch dazu diente, das Übergreifen des Konfliktes auf das rohstoffreiche Nachbarland Niger zu verhindern. Trotz reicher Rohstoffvorkommen gilt Niger als eines der zehn ärmsten Länder der Welt – und sowohl die Armutsfrage, als auch die mit dem französischen Konzern Areva ausgehandelten Verträge setzen die Regierung zunehmend unter Druck. Hinzu kommen immer wieder Angriffe auf Polizei- und Militärposten und innere Zwistigkeiten zwischen Ordnungskräften. Niger könnte durchaus in eine massive innenpolitische Krise geraten, die von den im Hintergrund präsenten islamistischen Kräften ausgenutzt werden würde. Ein Fall, auf den Frankreich offensichtlich umgehend militärisch reagieren würde.

Zudem ist Nigers südlicher Nachbar, Nigeria, seit Jahren mit einem immerwährenden internen Konflikt beschäftigt – mit der Aufstandsbewegung im Nildelta, mit den Anschlägen und Angriffen durch die islamistischen Extremisten von Boko Haram, mit wiederholten Zusammenstößen zwischen christlichen und muslimischen Fundamentalisten und diversen anderen Konflikten, wie z.B. Separatisten in der ehemaligen Region Biafra. Zwar ist Nigeria politisch stabil und in der Region politisch wie militärisch ein Major player, zur Ruhe kommt das Land intern aber seit Jahrzehnten nicht.

Vernetzter islamistischer Extremismus als Gefahr für den Frieden

Es ist zu beobachten, dass sich die Aktionen der islamistischen Extremisten im Sahel seit 2012 in einem dichter werdenden Synchronisationsprozess befinden. Die z.B. in Nigeria aufgedeckten Hisbollah-Waffenlager sind nur ein Indiz dafür, dass es einen hohen Vernetzungsgrad und eine „Common Agenda“ gibt, der ein größer werdender Teil an Organisationen folgt, auch wenn man dies aus diversen Gründen nur selten offen zugibt. Damit werden natürlich auch die Quellen offenbar, aus denen sich die Versorgung mit Finanz- und Kampfmitteln speist und all dem dient natürlich eine möglichst instabile Situation in den afrikanischen Staaten nördlich des Äquators – je instabiler die politische und gesellschaftliche Situation, je schlechter die Position von Armeen und Polizeien, desto einfacher werden der Schmuggel von Waffen aus den großen Drehkreuzen im nahen und mittleren Osten hin zu den Abnehmern von Somalia bis in die westafrikanischen Staaten.

So lange es einfacher ist, eine Kiste Kalashnikovs von Djibouti nach Kidal (in Mali) zu bringen, als eine Ladung Feldfrüchte einmal quer durch den Südsudan zu transportieren, wird es unmöglich bleiben, Extremisten und Widerstandsorganisationen den „Waffenhahn“ abzudrehen. Auch die immer wieder unternommene und groß plakatierte „Entwaffnung von Milizen“ erfüllt letztlich nur ein Placebo-Funktion für die Gesamtbilanz der jeweiligen Militärmission. Wirklich nachhaltig wirken diese Aktionen nicht, so lange die Gründe für die individuelle Bewaffnung nicht beseitigt wurden, da sich die Entwaffneten jederzeit auf den existierenden Wegen mit neuen Waffen versorgen können, eine dauerhafte Kontrolle in vielen Gebieten nicht leistbar ist und dem auch gesellschaftliche und kulturelle Prägungen entgegen stehen. Es ist naiv, von Menschen, die in Gebieten mit Konfliktpotential und wenig bis gar nicht vorhandener staatlicher Ordnungssicherung leben müssen zu erwarten, dass sie auf den bewaffneten Selbstschutz verzichten. Ebenso naiv ist es zu glauben, durch die Verringerung der Verbreitung kleiner Schusswaffen das Konfliktpotential und die Gewalt in vielen afrikanischen Staaten unterbinden zu können. Es sei an dieser Stelle nur an die Massaker in Ruanda im Jahre 1994 erinnert – mehr als die Hälfte aller Morde wurden dort mit Macheten und Keulen verübt.

Quo vadis, Peacekeeping?

Frankreich, welches eine Agenda des „starken Partners“ gerade für diejenigen Staaten, die einstmals zu Frankreichs afrikanischem Kolonialreich gehörten, verfolgt, ist derzeit in Mali und der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) militärisch engagiert. Mali befindet sich in einem fragilen Waffenstillstandszustand, in der ZAR hingegen ist es in den zurückliegenden Wochen immer wieder zu gewalttätigen Zusammenstößen gekommen, wobei christliche und muslimische Milizen hierbei die Hauptkontrahenten darstellen. Ob eine vollständige Entwaffnung dieser Milizen über die Hauptstadtperimeter hinaus organisiert werden kann, darf ernsthaft bezweifelt werden, so lange die innere Sicherheit des Staates nicht von zentraler Seite aus gewährleistet werden kann – zumal in den Regionen, die an die krisengeplagten Nachbarstaaten angrenzen. Zugleich wird man, will man tatsächlich die ZAR effizient überwachen, kontrollieren und befrieden, ein weitaus größeres Kontingent an Sicherheitskräften benötigen als derzeit im Lande stationiert ist, dazu verstärkte Lufttransportkapazitäten – letzteres übrigens eine Komponente, an denen es vielen internationalen Friedenssicherungsmissionen mangelt.

Dies setzt die europäischen Mächte unter einen gewissen Leistungsdruck – einerseits sinkt die Beliebtheit von Auslandseinsätzen der eigenen Streitkräfte nicht nur in Deutschland sei Jahren permanent ab, andererseits ist der Zusammenbruch der Sahel-Staaten ein nicht kalkulierbares Risiko in mehrfacher Hinsicht, allen vorangestellt der Aspekt eines drohenden humanitären Desasters.

Stellen sich nun keine Missionserfolge ein, wird man die Sinnhaftigkeit solcher Einsätze in verstärktem Masse öffentlich anzweifeln. Zudem stellt sich die Frage, wie viele Einsätze die europäischen Mächte und die UN im Besonderen durchführen können, ohne ihre Kapazitäten zu überdehnen. Aus Kreisen der deutschen Bundeswehr beschwert man sich beispielsweise schon seit geraumer Zeit darüber, man würde an der Grenze des Machbaren agieren. Es wurde in den vergangenen Monaten häufig darüber berichtet, dass Teile der Ausrüstung, wie Panzer, Fahrzeuge und persönliche Bewaffnung, unter den klimatischen Bedingungen der Einsatzländer nur bedingt einsatzfähig sind. Wie viele Missionen könnte und würde Deutschland also noch mittragen? Zwei? Drei?

Der Einsatz afrikanischer Bodentruppen im Rahmen von Friedenseinsätzen ist nicht unproblematisch, da Religion und Ethnie häufig eine bedeutendere Rolle spielt als die nationalstaatliche Herkunft, was auf verschiedenen Ebenen zu Schwierigkeiten führen kann. Dementsprechend lang ist die Liste der Vorwürfe, von Verbrechen über Parteinahme bis hin zu Korruption.

Die aktuelle Fragilität in der Sahel-Region und die ungeklärte Frage der Zukunft Syriens betrachtend, ist es nicht unwahrscheinlich, dass im nun beginnenden Jahr 2014 eine Reihe von neuen Einsatzorten hinzukommen wird. Der Bedarf an Einsatzkräften ist also bei weitem noch nicht gedeckt.

Staaten auf der Kippe

Die Lage in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) ist beispielsweise weiterhin unübersichtlich. Ob die M23-Rebellen in der Provinz Nord-Kivu tatsächlich besiegt sind oder neue Aufstände, möglicherweise befeuert durch die Interessen Ruandas, entstehen, ist derzeit nicht vorhersehbar. Auch die immer wieder geäußerten Sezessionsgerüchte um die rohstoffreiche Provinz Katanga im Südosten der DRC geben wenig Grund zu Optimismus. Zuletzt gab es Ende Dezember 2013 einen bewaffneten Übergriff, unter anderem in der Hauptstadt Kinshasa, bei dem derzeit noch nicht abschließend geklärt wurde, ob es sich um einen terroristischen Angriff oder einen Putschversuch gehandelt hat.

Dabei sind die ZAR und die DRC tatsächlich von großer Bedeutung, schon aufgrund ihrer zentralen Lage in der Mitte des afrikanischen Kontinents und aufgrund ihrer Bodenschätze. Zudem handelt es sich hierbei um infrastrukturell sehr spezielle Gebiete, die zudem schwer zu überwachen und kontrollieren sind.

Östlich hiervon liegt die sudanesische Krisenregion, namentlich der Sudan und der Südsudan. Letzterer steht aktuell in mehrfacher Hinsicht auf der Kippe, seit sich die Spannungen der verschiedenen ethnischen Gruppen in Gewalt entladen haben. Der neueste Staat der Welt, der vielbeachtete Versuch, einen modernen Staat aus dem Nichts zu erschaffen, könnte spektakulär an den Architekturfehlern der Gründungsumstände scheitern und es stellt sich die Frage, ob man das Land sich selbst überlässt oder massiv mit UN-Friedenstruppen eingreift, um die Kontrahenten auseinander zu halten. Zumindest scheint es fraglich, ob der fragile Konsens, der die Grundlage des staatlichen wie politischen Zusammenhalts des Staates darstellen sollte, sich kurzfristig wiederbeleben lässt.

Einen eskalierenden Bürgerkrieg werden die südlichen Nachbarländer, Uganda und Kenia, vermutlich nicht lange hinnehmen, zumal beiden Ländern nichts daran liegt, Ziel weiterer Flüchtlingsbewegungen zu werden.

Der Südsudan besitzt seit seiner Gründung den überwiegenden Teil der in der Grenzregion zum Sudan liegenden Ölfelder. Diese Ölfelder waren Ursache für eine Vielzahl von Auseinandersetzungen zwischen Sudan und Südsudan, sie könnten nun Spielball zwischen den Fraktionen eines Bürgerkrieges werden. Ob dies als Argument reichen wird, westliche Nationen zu einem verstärkten Engagement zur Friedenssicherung und dem Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen im Südsudan zu bewegen?

Für die weitere Destabilisierung des nördlichen Nachbarn Sudan hat es zumindest gereicht – die wirtschaftlichen Probleme wurden in diesem Jahr in weitreichenden Aufständen mit mehreren hundert Toten und hunderten Inhaftierungen deutlich, als die Regierung in Karthoum die Subventionierung von Benzin aufhob, um damit die harten Forderungen des IWF nach Sparmaßnahmen zu erfüllen. Damit löste sie eine Preisexplosion für Energie und Lebenmittel aus. Die äußerste Brutalität, mit der die sudanesischen Sicherheitskräfte gegen die eigene Bevölkerung vorgingen, wurde versucht, durch Internet- und Pressesperren nicht nach Außen dringen zu lassen. Dazu kommt, dass in der Provinz Blue Nile an der Grenze zum Südsudan immer noch ein Bürgerkrieg stattfindet – ebenso, wie in Darfour.

Wie sich die Abtrennung von Darfour und Blue Nile auf den Reststaat Sudan auswirken würden, bleibt letztlich der Spekulation überlassen. Dementsprechende Referenden wird nicht zuletzt Karthoum nach Kräften verhindern wollen. Eine weitere wirtschaftliche Schwächung dürfte schließlich gravierende Auswirkungen auf das Überleben der Regierung al-Bashir haben, die sich vor allem mit Restriktion, Nepotismus und Gewalt an der Macht hält.

Ob Somalia sich im kommenden Jahr wieder in Richtung eines stabilen, einheitlichen Staates entwickeln wird, darf aktuell bezweifelt werden. Es wird ein weiterer Hort der Unsicherheit bleiben und sich negativ auf die Regionalmächte, namentlich Kenia und Äthiopien, auswirken.

Es kann also unter den gegebenen Umständen davon ausgegangen werden, dass viele der Sahel-Staaten auch im nun beginnenden Jahr einen Balanceakt auf der Kante der Rasierklinge vollführen werden müssen. Dies um so mehr, da die Ereignisse in einem Land häufig die umliegenden Staaten mit beeinflussen. Ungünstige Entwicklungen, von niemandem behandelt, können schnell außer Kontrolle geraten, das hat das zurückliegende Jahr für Afrika mehrfach unter Beweis gestellt, dennoch wirkt die Rolle westlicher Nationen in diesem Zusammenhang nicht gerade überzeugend.

Deutschland – Entwicklungspolitik mit der Registrierkasse?

Von der Bundesregierung wäre zu erwarten, dass sie die vielfach von fast allen Parteien zitierte „krisenpräventive Friedenspolitik“ auch einmal in die Tat umsetzt. In Anbetracht der lokalen Konflikte in Mali, der Zentralafrikanischen Republik und dem Südsudan, welche alle nicht „vom Himmel gefallen“ sind und deren Entwicklung man bei aufmerksamer Betrachtung der öffentlich verfügbaren Quellen hätte vorhersehen können, muss sich nicht nur die deutsche Regierung erneut die kritische Frage gefallen lassen, warum man in der Regel lieber erst dann reagiert, wenn das Kind bereits in den vielzitierten Brunnen gefallen ist.

In Anbetracht der Formulierungen im Koalitionsvertrag, die mehr eine „vielleicht, vielleicht auch nicht“-Liste sind, habe ich persönlich allerdings keine allzu große Hoffnungen auf diese neue Bundesregierung. Die Erfüllung des 0,7%-Ziels in der Entwicklungszusammenarbeit (Deutschland liegt zur Zeit bei etwa 0,45%) hatte sich die SPD im Wahlkampf noch zum Ziel gestellt – im Koalitionsvertrag wurde daraus ein schwammiges „wir wollen den Etat jährlich erhöhen“.

Die CDU hatte in ihrem Wahlprogramm explizit die „Rohstoffsicherung“ als Element ihrer Aussenpolitik genannt. Was dies konkret bedeutet, ist nicht schwer zu erraten.

Wenig beruhigend ist auch die Tatsache, dass Gerd Müller, der neue deutsche Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ein Agrarpolitiker ist, dem enge Verbindungen zu Gentechnikkonzernen wie Bayer CropScience und Monsanto ebenso nachgesagt werden, wie die Unterstützung von internationalen PublicPrivatePartnership-Konstrukten.

Es steht also zu befürchten, dass die Regierung Merkel III, eine große Koalition mit überwältigender parlamentarischer Mehrheit, Entwicklungspolitik mit der Registrierkasse betreiben wird und so als wirkungsvoller und vertrauenswürdiger Motor für die Entwicklungszusammenarbeit mit Sahel-Afrika keine besonders positive Rolle spielen wird.

Damit stehen Afrika, soweit es Deutschland betrifft, vier nicht besonders erfreuliche Jahre bevor. Ob andere Staaten dies werden kompensieren können? Die Tendenz, nach chinesischem Vorbild wirtschaftspolitisch orientierte Partnerschaftspolitik auf der Jagd nach Anteilen am Ressourcenreichtum des Kontinents zu machen, ist insofern bedenklich, da sie in vielen Fällen nur einer kleinen Elite dient und nicht der Breite der Bevölkerung.

Und so steuert die Sahel-Region auf ein weiteres unruhiges Jahr zu. Wünschen wir den Menschen dort, dass sich die Entwicklungen in 2014 letztlich doch zum Guten wenden mögen.

Veröffentlicht unter Afrika - über Menschen. Und Politik. Und Entwicklung., Außen-/Sicherheitspolitik | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Sahel – riding on the edge

(den Artikel in deutscher Sprache finden Sie hier: https://diasporapiraterie.wordpress.com/2014/01/02/sahel-ritt-auf-der-rasierklinge/)

The year 2013 has been an uneasy one for the states in the Sahel region. In western media, it has been mainly represented by the conflicts in Mali, the Central African Republic (CAR) and, recently, in South Sudan. Regarding the German media, this is naturally caused by the involvement of German military forces in these conflict theatres. Other events, for example the numerous incidents which took place in the Democratic Republic Kongo (DRC) or the violent protests in Sudan, earned only marginal attention. It’s a shame that when it comes to Africa, it obviously needs a spectacular event or a gory terrorist attack – like the one that took place in September in a shopping mall in Nairobi – to get enough attention for an intensive coverage in German media.

No matter how much Europe ignores them, the things that happen on African soil have a direct effect on the all-day life of Europeans. This isn’t only represented by the horrific tragedies which take place in connection with refugee movements heading towards Europe. It doesn’t only affect us each time our governments are sending the men and women of our armed forces to another peacekeeping mission or when charity organisations are making another call for money by presenting us TV pictures of starving African children.

All this stands for the prejudice that Africa mainly is a poor continent dominated by war, starvation and incompetent governance. A prejudice that is widespread among European people.

The whole picture is, of course, much more complex then that. It is especially influenced by economical and geostrategical interests. No matter if knowingly or not, we all use products with African origin in our everday life, like electronic gadgets that contain copper from the DRC, fruit teas that contain hibiscus from Sudan or Burkina Faso, jewellery that contains gold from Mali, fish which has been caught in African seas, etc.

Events that take place in Africa influence our lifes, as do our lifes and decisions influence the events in Africa vice versa. It’s because of that why we should be interested in what happens in African nations.

The uneasy west

It’s the question if politically instable nations like Sierra Leone, Ivory Coast or Guinea will develop into a positive or negative direction – and if additional engagement from outside will be required. The answer to that question will be of highest importance for Western Africa. Several of the 15 nations of the western Sahel region suffer under the problems that come along with political instability or authoritarian regimes. On the other side, there’s also much economical prosperity and growth, cultural richness and development, sided by ethnical, religious and territorial strains which many different groups try to utilize for their own agenda.

The recapture of the Azawad region in Mali from islamistic groups is internationally still recognized as a great success. For the countries‘ future, it will be vital that the government will be able to revitalise the reconciliation process with the Tuareg population which has been neglected by Bamako for far too long. It’s necessary to remediate the social, economical and political disparities and come up with a status-quo that is acceptable for all involved parties. Otherwise, every peace in Mali will be built on a fragile basis – and the land will remain being a powder-keg.

The territorial integrity of Mali might, for the moment, be saved. Anyway, this doesn’t mean that the militant islamists have been defeated. Most of them have evaded to Mauretania and Niger or disappeared in the underground structures of Algerian islamist groups. From these harbours, they’re seeping off to other conflict regions or simply wait for another chance to strike, once another neighboring country suffers from internal insecurity. Since May, a quite large number of events happened which, one by one, could pave the path for another domino to drop.

A problematic neighbour

Niger is one of the worlds‘ largest exporters of uranium. The nuclear industry of France covers more then a third of its‘ yearly uranium demand from the mines of Niger. It’s because of that why Paris watches the developments in this region with vigilance. The French intervention in Mali didn’t only focus on freeing Malis‘ northeastern province, it had the side effect to keep Niger from becoming a battlefield as well.

Although Niger has rich resources, it still remains being one of the ten most poor nations of the world. This causes a lot of internal pressure, for example from political and civil groups which demand the goverment to intensify its‘ fight against poverty as well as to negotiate more favourable conditions with the French Areva group. In addition, the land faces continous attacks on police stations and military camps and internal disputes between police and military forces. Niger is one of the countries which could fall into a massive internal crisis – with islamist insurgents who sit nearby, waiting for a chance to strike. Obviously, if this happens France would have to react immediately with another military action.

To make things worse, Nigers southern neighbour Nigeria is busy with everlasting internal conflicts since years. The insurgency in the Niger delta, the continuous attacks of the islamist Boko Haram group, the repeated clashes between christian and muslim fundamentalists, the separatist movement in Biafra and other conflicts – although Nigeria seems politically relatively solid and is a political and military major player in the region, it didn’t see internal rest for decades.

Networked militant islamism – a threat to peace

Since 2012, the actions of islamist extremists are undergoing an intensifying synchronisation process throughout the Sahel zone. The Hezbollah weapon arsenals like those which have for example been uncovered in Nigeria are a clear sign for existing networks to which even those organizations, which would never dare to admit, are trying to get access to.

This reveals the sources from which islamist organisations are obtaining financial and weaponry support. Their game is – of course – supported by a highly instable situation in the upper-equatorial African countries. The more instable the situation of the political and social situation is, the worse the efficiency of armies and police forces becomes, the easier it is to smuggle arms, funds and equipment from the big turnstiles in the middle east to the recipients which are located from Somalia to the shores of Western Africa. As long as it is easier to get a box full of Kalashnikov rifles from Djibouti to Kidal (in Mali), then carrying a load of fruits from one side of South Sudan to the other, it will be impossible to cut insurgents and extremists from their weapon support.

This also means that the disarmament of local militias, which is often a centerpiece of peacekeeping missions, mainly works as sort of a placebo which improves the point balance of the respective mission. None of these disarmament actions sustainably work because people can easily re-arm themselves. It is necessary to sustainably remediate the structural reasons of peoples‘ armament.

To expect that people, who are living in a potential conflict area with poor or no governmental security, would permanently surrender their self-protection armament, is at least naive.

It is also naive to believe that the reduction of small weapons by itself would significantly reduce the potential of violent conflicts among nations or ethnical/religious groups – half the people that died during the Ruanda massacres of 1994 were killed with clubs and machetes.

Quo vadis, peacekeeping?

France, following a „strong partnerhip“ agenda in those nations which formerly belonged to its‘ colonial territory, is currently engaged in military operations in Mali and the CAR. While Mali is in a fragile state of ceasefire, the situation in the CAR is more or less chaotic, with violent clashes between militias and foreign peacekeepers and deaths among all involved parties. It is hard to believe that it will be possible to disarm militias and civilians except within a certain perimeter around the capital as long as internal security cannot be guaranteed throughout the country, especially in regions which border to countries in turmoil.

If it is intended to monitor, control and pacify the whole country, this will require a contingent of security forces much larger then the actual one. In addition, bigger capacities of aerial transport, especially helicopters, would be needed – a deficite under which many peacekeeping missions suffer badly.

The current situation brings the involved European countries under a special kind of pressure to perform. The public support for sending own troops to international military operations has never been very high in Germany, as well as in other European nations. On the other hand, a domino breakdown of countries in the Sahel zone would be an incalculable risk and a humanitarian desaster of the worst kind. If military peacekeeping in the Sahel zone does not have a sustainable stabilizing effect on the involved nations, the peacekeeping missions themselves will sooner or later come under massive public critique.

Additionally, one may ask how many peacekeeping missions the European nations and the UN in general could manage without overstretching their capacities.

In particular, there is much criticism from within the German armed forces that the Bundeswehr is already working beyond their own limits. It has been frequently reported that parts of their equipment, including tanks, vehicles and personal armament, is insufficient for the conditions with which the soldiers have to deal in foreign climate environments. So how many international military missions would and could Germany, for example, support? Two? Three?

Assigning African infantry to a peacekeeping mission on African soil has its‘ own problems. As religion and ethnical groups often play a bigger role then the national heritage, peacekeepers are frequently accused of crimes, partisanship or corruption. Due to the fragile situation in the Sahel region and the unsecure future of Syria, it is relatively likely that international peacekeeping forces will have to increase in order to cope with an increasing number of crisis regions.

Nations on the edge

The situation in the DRC is, for example, still pretty confusing. It looks as if the M23 rebels in the province of Northern Kivu have been defeated – but is that really the case? Or will there be new uprisings, probably powered by the – informal – local interests of Rwanda? Another thing that leaves a bad feeling are the rumors about secessionist ambitions in the resource-rich province of Katanga. Just a few days ago, the capital city Kinshasa faced an armed attack which has not been completely explained by anyone – was it a terrorist attack or a coup attempt?

The DRC and the CAR are of high geostrategical importance – both because of their rich resources and their central position on the African continent. Both nations are sort of ’special‘ in concern to their infrastructure and both are hard to monitor.

Eastward from them lies the Sudanese crisis region, which contains the nations of Sudan and South Sudan. Since the strains among different ethnic groups have unleashed, the newest nation on earth, which had been internationally considered to be a spectacular sandbox model for building a nation from scratch, looks into an uncertain future. The construction faults which were implemented in the founding of this nation could now cause the failure of the nation itself. The international community now has to ask itself wether it wants to leave South Sudan to itself or massively intervene with UN peacekeepers in order to restore peace and keep the rivaling clans from fighting each other.

It is unclear if the fragile concensus that once had been the basis of national and political cohesion of South Sudan, could ever be restored on short term. If the internal unrest escalates to a classic civil war, it is likely that Uganda and/or Kenia would intervene. Both countries aren’t interested to have another warzone nearby, especially because this means new refugees that would look for cover in the neighbouring countries.

Since it became independent, South Sudan owns most of the oilfields that formerly belonged to the old Sudanese nation. These fields have been the cause of numerous disputes between Sudan and South Sudan, they might also become the cue ball for the fractions in a civil war theatre. Will this be reason enough for western nations to take part in an enlarged engagement in order to restore peace and help to build up strong civil society structures in South Sudan?

In fact, the loss of most of its‘ oil ressources has already been one of the factors that led to the destabilization of Sudan. The financial and economical problems of Sudan became obvious when the government in Karthoum decided to remove subsidies on fuel and gas in order to please international financial organisations, hoping to help getting its crippling debt burden of well over $40bn removed. Prices for oil and cooking gas exploded, the prices for food followed. Soon, there were plenty of protests on the streets, some peaceful, some violent. The government responded with brute force – hundreds of people were killed or detained. For weeks, Karthoum tried to suppress information about the riots by cutting off the internet and shut out foreign journalists.

In addition, Karthoum still fights a silent civil war in the provinces of South Kordofan, Blue Nile and also in Darfour. Logically, Karthoum is not interested that referendums are held in these provinces – it is hard to say how the secession of these provinces (with South Kordofan and Blue Nile probably merging with South Sudan) would influence Sudan economically, but it is sure that any additional blow to the Sudanese economy would bring the presidency of Mr. Al-Bashir into grave danger.

Speaking of Somalia, it is actually unlikely that this nation will reassemble to a solid, reunified state. It will for sure be an unsecure area that has negative effects on regional powers such as Ethiopia and Kenia.

Under the given circumstances, many of the states in the Sahel region will have to face another ride on the razor’s edge in 2014. This is increased by the fact, that negative developments in one country often have a negative effect on its‘ neighbours. If nobody cares about awkward events early enough, they might easily get out of control. We have seen that in Africa various times. Unfortunately, western nations did not play a very convincing role in this context.

Germany – development policy ‚by the cash register‘?

Regarding the new German government, it would be nice to see them implementing the often quoted „preemptive anti-crisis policy of peace“ about which so many German political parties are talking all the time. The regional conflicts in Mali, the CAR or South Sudan did not suddenly fall from the skies. Having a careful look at publicly available sources, they were more or less predictable. Governments – not only the German one – should be asked why they prefer to react only after things have already gone terribly wrong.

After reading the coalition agreement of the new German conservative/social-democratic government, I don’t pin much hope on this government. The agreement is more likely a ‚perhaps we do, perhaps we don’t do‘-list. While the social democratic party (SPD) admitted to the fulfillment of the 0.7%-goal for development cooperation (at the moment, Germany is at a level of approx. 0.45%) in its‘ manifesto, the coalition agreement only contains an ambiguous comment which reads like ‚we want to fullfill the 0.7% goal as soon as possible and will increase the budget every year until the goal is reached‘. Which may mean anything. Anytime.

The conservative party (CDU) explicitely wrote into their manifesto that ‚the protection of resource supplies‘ shall be an element of German foreign policy. It’s not hard to guess what that means. Also, it’s not much comforting that the new German minister for development, a former agricultural politician, is reported to have close connections to agricultural genetic engineering companies like Bayer CropScience and Monsanto. It is also said that he supports international PPP ventures.

Unfortunately, it looks as if the government ‚Merkel III‘, a grand coalition with overwhelming parliamentary powers, will make ‚cash register style‘ development politics. Therefore, I’m afraid that Germany will not play a quite positive role as an effective and trustful motor for the development of the Sahel region. The question is if other countries could compensate this. There seems to be a new tendency to copy the economy-related policy of partnership that has been established by China. This policy is mainly driven by the intention to improve political influence and the access to Africas‘ rich resources. Unfortunately, in most cases this is the sort of policy which mostly benefits a small elite and aggravates social and financial disparities.

The Sahel region is heading towards another turbulent year. Let us wish for the people who are living in this region, that 2014 will finally develop into a good year for them.

Veröffentlicht unter Afrika - über Menschen. Und Politik. Und Entwicklung., Außen-/Sicherheitspolitik | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Fundstück des Monats: Geldverschrottung mit Spendenbisschen

Vor einigen Tagen hörte ich einen Investmentexperten im Radio sagen, daß derjenige, der keine sehr langfristige Anlagemöglichkeit hätte, sein Geld bei den momentan am Markt erzielbaren Renditen auch genausogut unters Kopfkissen legen könne – der Effekt sei nur marginal anders.

Da auf die massiven Zinskorrekturen der letzten Jahre auch ein massiver Verfall der Sparzinsen gefolgt ist, ist es tatsächlich zur Zeit die Frage, warum man sein Erspartes eigentlich noch zur Bank tragen sollte. Zumal diese durch ihre wahnwitzigen Geldschöpfungsaktionen ja eigentlich das Geld des Sparers „wie du und ich“ ohnehin nicht mehr benötigen – zur Not erfinden sie einfach ein paar neue Produkte und erschaffen sich ihr Wachstum selbst.

Das heißt aber nicht, daß unsere Banken nicht doch gerne auch noch den letzten Krümel aufsaugen würden. Kommen wir also hier zum unglaublich kreativen Angebot einer im Vest Recklinghausen weit verbreiteten Bank, die – pünktlich zur sich ankündigenden Adventszeit – ein wahnsinnig tolles Angebot macht: komm zu uns, verplemper deine Penunsen!

Das Spiel, präsentiert mit einer jungen Dame, die punkig-fröhlich ein Rad schlägt (vielleicht ist es auch nur eine Bankangestellte im Freizeit-Look, die sich vor Gelächter kringelt), geht wie folgt:

Ein Mensch zahlt mindestens 5000€ auf ein Dauersparkonto ein. Dafür bekommt der Mensch dann pro Jahr wahnsinnige 1% Zinsen, also 50€ im ersten Jahr. Yeah. Nun tingelt die Inflationsrate seit Oktober letzten Jahres irgendwo zwischen 1,2 bis 2% hin und her. Will heißen: der Anlagebetrag wird schneller weniger Wert, als der Zinszuwachs es mehrt. Ein echtes Minusgeschäft also. Was hält man eigentlich unter diesen Umständen davon, daß die Bank diese kreative Geldverschrottung auch noch als großartige Anlagemöglichkeit anbietet. Zitat: „nutzen Sie jetzt Ihre Chance!“ – auf was eigentlich?

Ach ja – das Ganze hat ja auch noch eine pseudo-soziale Komponente! Hätte ich ja fast vergessen!Pro 1000€ Anlagebetrag, spendet die Bank unglaublich fantastische… öhem… einen Euro für ein soziales Projekt. Also ein Promille. Wow.
Damit einer sozialen Einrichtung ein einigermaßen brauchbarer Scheck, sagen wir einmal 500€, übergeben werden kann, müssen demnach ein paar Menschen, die zuviel Geld übrig haben oder die nicht rechnen können, dieser Bank eine halbe Million Euro zur Verfeuerung zur Verfügung stellen. Wenn das nicht mal vollkommen Gaga ist.

Da kann man Menschen, die für soziale Projekte spenden wollen, eigentlich nur raten: nehmen Sie einen schönen Geldbetrag zur Hand, spenden Sie ihn direkt an das in Frage kommende Projekt und denken Sie an die Quittung für die nächste Steuererklärung. Es würde mich nicht wundern, wenn die zu erzielende Ersparnis einen größeren Ertrag liefert.

Veröffentlicht unter Herten | Kommentar hinterlassen

#ABENA! („we refuse“)

Diesen Ruf stimmen die vielen tausend Menschen an, die im Sudan seit zwei Tagen protestierend auf den Straßen und Plätzen stehen. Aus den Demonstrationen gegen die Aufhebung der Subventionen, die für viele Menschen Nahrungsmittel und Benzin nahezu unbezahlbar gemacht haben, sind mittlerweile offene Krawalle geworden.Gewaltbereite Demonstranten zünden Autos an und werfen mit Steinen. Die Sicherheitskräfte antworten mit Tränengas und scharfer Munition. Überall im Sudan sterben Menschen. Es gibt dutzende dokumentierte Fälle von gezielten Tötungen. Sicherheitskräfte verweigern die Herausgabe von Getöteten, wenn die Angehörigen nicht schriftlich erklären, dass die Toten Kriminelle waren.

This is the cry of the thousands of people who are demonstrating in Sudan for more then two days now. Since their government took subsidiaries from gasoline and other goods, people are confronted with prices boosting up ridiculously – the result were protests which, under the effect of extreme police brutality, went into open rebellion. The regime tries to suppress them with brute force – thrown stones are answered with tear gas and life bullets. People are dying in Sudan. Security forces shoot to kill, there are dozends of documented cases. In addition, security forces refuse to give out the corpses unless their relatives sign documents that declare the killed people to have been criminals.

Photo via @dardachat

Photo via @dardachat

Dieses Foto soll bewusst schockieren. Es stammt vom Twitter-Account @dardachat und wurde im Krankenhaus von Omdurman aufgenommen. Dort stapelten sich heute gegen Mittag bereits 45 Leichen. Über den Sudan verteilt wurden bis heute Abend Tagesschau-Zeit vermutlich mehrere hundert Menschen getötet, tausende verletzt und inhaftiert.

The photo was twittered by @dardachat this afternoon. It was taken in Omdurman hospital today. Omdurman hospital morgue reported more then 45 corpses on mid-day. Reports from all over Sudan are summing up the amount of killed protestors into the hundreds. Thousands have been injured or killed.

Die Regierung hat wiederholt Internet und Kommunikationsverbindungen gekappt, aber über die Zeit ist es immer wieder gelungen, Informationen über die Situation vor Ort an die Öffentlichkeit zu bringen. Eine weitere Regierung versucht, die Proteste ihrer Bevölkerung in Blut und Tränen(gas) zu ersäufen. Al-Bashir, der Machthaber des Sudan, ist ein international gesuchter Kriegsverbrecher. Sein Regime hat im Südsudan und in Darfour genügend Schuld auf sich geladen.

Mehr Infos zu Hintergrund finden sich unter anderem auch auf http://www.sudantribune.com/spip.php?article48193&utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter , http://sudanspeaks.blogspot.de/ und http://www.girifna.com/8702.

The Sudanese government has repeatetly switched off the internet and phone connections, intending to distract protestor activity coordination. Nevertheless, the opposition brought photos, videos and inormation about the protests outside. While another government tries to drown its‘ own peoples‘ resistance in tear gas and blood, the documentation about it gets public on the internet. You can find plenty of further information on http://www.girifna.com/8702.

Und die deutsche Presselandschaft? Interessiert sich nicht dafür.

Seit den Morgenstunden, als ein magerer dpa-Sechszeiler auftauchte, der munter abgeschrieben wurde, ist in der Medienlandschaft kaum etwas geschehen. Straßenköter in Rumänien sind manchen Blättern mehr Zeilen wert, als ein Volksaufstand in einem afrikanischen Land. Stünde „Terroranschlag“ darüber, wäre es vielleicht anders. Kein Wort in Tagesschau und Heute-Nachrichten.

And the German media? Doesn’t care.

Since a scanty six-lines DPA-article appeared on the German newsboards earlier today, most papers didn’t do more then to copy it, sometimes in combination with a 30sec. Reuters-video. In fact, for some newspapers, Romanian street dogs are of higher importance then the resistance of the people of an African nation. Maybe if it was all about terrorism, this would be different – but this all-out revolt wasn’t worth a single word in the German public main evening news of ARD and ZDF.

Es ist auch in der deutschen Presselandschaft nicht weiter aufgefallen, dass Frankreich bei den Vereinten Nationen auf eine Resolution für den Einsatz einer Sicherheitstruppe in der Zentralafrikanischen Republik drängt, die seit Monaten im Chaos versinkt. Man liest nichts über die Unruhen und politischen Probleme im Kongo, den drohenden Krieg mit Ruanda, die aus Mali in den Niger abgewanderte Terrorismusaktivität. Über die Hintergründe der Al-Shabaab-Aktivität in Kenia liest man weniger als über die Auswirkungen. Et cetera. PP.

German media also seems to have ignored that France is calling for another UN resolution in order to deploy an international armed security force for the Central African Republic which, since months, is sinking deeper and deeper into chaos. You won’t read anything about the unrest and political problems in Congo, the possible war with Rwanda, the terrorist acticity which swept from Mali towards Niger. You read more about the results of Al-Shabaab activity in Kenia then about the reasons for it. Etc. pp.

Während der Sahel Stück für Stück im Chaos versinkt, interessiert sich in der deutschen Presse so gut wie niemand dafür. Aber auch in der Politik und Öffentlichkeit hält sich das Interesse offenkundig in Grenzen, so lange nicht deutsche Truppen im jeweiligen Land stationiert werden sollen. Es ist nicht nur beschämend, es ist grauenerregend. So, wie die vielen grauenerregenden Bilder aus dem Sudan, die ich heute gesehen habe.

While the Sahel region is more and more sinking into chaos, the German media doesn’t give a damn about it. Unless its‘ German soldiers being stationed there, conflicts in African nations seem to be indifferent for most of the German public and politicians. It’s not only a bloody shame, it is horrific. As horrific as the many disgustingly gory pictures from Sudan which I saw today.

Am 27.09.2013 ist Tag des Flüchtlings. Wir sollten einen Moment inne halten und darüber nachdenken. Ganz besonders sollten wir über die Frage nachdenken, warum wir eher 45 Millionen Flüchtlinge weltweit akzeptieren, anstatt aktiv zu versuchen, dafür zu sorgen, dass Menschen ihre Heimat gar nicht erst verlassen müssen. Ein bisschen weniger Ignoranz wäre ein guter Anfang.

On September 27 is the nation-wide refugee day. We should all think about it. Especially why we accept having more then 45 million refugees worldwide instead of actively trying to prevent that people have to leave their homes at all. Being less ignorant would be a good start.

ABENA!

P.S.:

Heute, am 27.09., am dritten Tag der Auseinandersetzungen sind die deutschen Medien dann doch Stück für Stück bereit, über die Situation im Sudan mit mehr als einer handvoll Zeilen zu berichten. Die „taz“ hat damit gestern schon begonnen. Schade ist allerdings die Qualität der Recherche – die Medien hängen mit der Angabe über Opfer und Ausmaß den aktuellen Entwicklungen quasi 24-48 Stunden hinterher.

Today, on September 27, the third day of the revolt, German media are one by one starting to write longer and more detailed reports about the situation in Sudan. German newspaper „taz“ started with a full article yesterday. What is sad, is the research quality – at the moment, most German newspapers/news agencies are somewhat 24 to 48 hours back concerning the amount of casualties or damages done.

Veröffentlicht unter Herten | Kommentar hinterlassen

Wahlkampf – oder: der nicht ganz so normale Wahnsinn

Juhu – es ist Wahlkampf! Endlich dürfen wir wieder raus, zu unmöglichen Zeiten Pappplakate aufhängen, uns in Herten-Süd dabei fast von irgendwelchen PS-Idioten den Hintern abfahren lassen. Endlich geht es wieder los mit den Infoständen im Stadtgebiet, die wir aus den üblichen Gründen – Familie, Beruf, Garten, Haus, et cetera – übers Jahr so sträflich vernachlässigt haben.

Das könnte jetzt alles so schön sein. Eigentlich wäre es ja mal ganz nett, einen schönen Artikel zu schreiben. Einfach nur von den tollen Gesprächen, den netten Eindrücken, den Vorzügen, Pirat zu sein, zu berichten.

Pustekuchen. Das hier wird Realsatire. Warum? Weil Wahlkampfzeit auch Kindergartenzeit ist. Und zwar so richtig. Mehr, als es im Kindergarten je der Fall sein könnte.
Angefangen damit, dass bei einigen Parteien die Anzahl der aufgehängten Plakate im umgekehrt proportionalen Verhältnis zum Abschneiden bei den letzten fünf Bundestagswahlen steht – bei der MLPD scheint es nicht nur gesetzte Logik zu sein, daß „viel auch viel bringt“ (wäre das nicht eher kapitalistische Doktrin?), man beherrscht dort auch die Kunst, sich überall dazwischen zu drängeln. Beziehungsweise „drüber“ – da werden auch schonmal bereits hängende Plakate heruntergerupft. Schliesslich muß der real existierende Sozialismus überall „over the top“ klemmen.
Das man damit die Plakate der Mitbewerber unter die vom Ordnungsamt angegebene Mindesthöhe von 2,2m drückt, ist allerdings dann nicht mehr so fein. Der Gedanke, dass z.B. ein Blinder oder ein unaufmerksamer Radfahrer mit dem Kopf gegen unsere Plakate haut, weil irgendwer es nicht ertragen kann, nicht überall gegenwärtig zu sein, macht mich persönlich richtig ärgerlich. An Barrierefreiheit ist der real existierende Sozialismusplakatierer anscheinend nicht interessiert.

Nun braucht man aber nicht zu glauben, dass einem das frühe Plakatieren sichere Plätze garantiert. Das ist so wie mit den Arbeitsplätzen heutzutage – sicher ist gar nichts. Denn, analog zur Wirtschaft, spielen die „Großen“ nicht fair.

Das fängt z.B. damit an, dass man selbst tunlichst darauf achtet, nicht an oder nahe von Verkehrsschildern zu plakatieren. Man lässt Einfahrten bewusst aus. Man spart sich die Laternen, an denen die Fahnenstangen der Stadtwerke hängen, die private Unternehmen für Werbung mieten können. Und dann kommen RotGelbSchwarz und zeigen dir, dass Rücksichtnahme was für Loser ist. Naja. Ob einen das beliebter macht, lassen wir mal anheim gestellt sein. Etwas bedenklich finde ich es aber schon, wenn man Plakate auf Anweisung des Ordnungsamtes von einem angeblich nicht statthaften Ort abhängt und *schwupps* hängen dort SPD-Plakate. Und werden dort auch nicht mehr abgehängt.

Unsere Hertener SPD allerdings schreckt auch nicht davor zurück, sich dort, wo ihrer Meinung nach zu viel Konkurrenz herumhängt, mal eben Recht und Gesetz zu beugen und sich Platz zu machen. So geschehen im kleinen Ortskern von Langenbochum. Wo nachts zuvor noch Plakate von Linken und MLPD an jeder Laterne hingen (ich hatte Glück, noch das letzte Laternchen für die Piraten plakatieren zu können), war von einer Nacht auf die andere plötzlich jede Menge Freiraum – und zwei, drei SPD-Plakate, die dort plötzlich vom Himmel gefallen zu sein schienen.

Ich weiß aber nicht, was mich mehr beunruhigen soll – der Mangel an Kinderstube, der bei einigen Plakatierern offenbar wird (ja, ich weiß – fair geht vor ist ein Motto für den Fussball, ich sehe das aber anders) oder die Zumutung, die man uns Wählern in intellektueller Hinsicht bietet. „Cool bleiben, Kanzlerin wählen“ – die Handfotzen-Plakate der JungenUnion sind so eine Art der intellektuellen Beleidigung. Nein, kein Wähler wählt die Kanzlerin, auch wenn schon der olle Kohl der Meinung war, den Leuten erzählen zu können, dass die Zweitstimme Kanzlerstimme sei. Nochmal: den Kanzler/die Kanzlerin wird vom deutschen Bundestag gewählt, nicht vom Bürger. Für die JU gibts das auch gerne schriftlich.

Apropos schriftlich – das mit der deutschen Sprache lassen wir die Agenturen, die unseren FDPlern die Plakate gestaltet haben, besser nochmal üben. Das Direktkandidatenplakat unserer Wahlkreisliberaldirektkandidatin offenbart – neben einem echt unvorteilhaften Foto – gleich die erste sprachliche Verwirrung in Form des Wahlkampfmottos: „Weil Sie die Wahl haben – das geht nur mit uns“. Kein Scherz.  Naja gut, wir sind im Ruhrpott, wo Formulierungen Marke „Ey, kannse ma in’n Keller kucken, obse da noch ein Bierken finden tus?“ nicht ungewöhnlich sind. Aber im Gegensatz zum FDP-Motto liegt diesen Sätzen immer noch ein Kausalzusammenhang zu Grunde. So haben wir aber zwei Sätze auf dem gelben Plakat, die überhaupt nicht zueinander gehören. Und der Blick der hiesigen Direktkandidatin passt auch noch dazu. Nun ja.

Was die SPD in Herten kann, kann die FDP in Datteln übrigens auch – da hat man in diesem Fall die Plakate der Piraten entfernt. Schade, daß man nicht einmal einen Bundestagswahlkampf machen kann, ohne gegen irgendwen wegen irgendwas Anzeige erstatten zu müssen. Tss.

Das es aber auch noch etwas schlimmer geht, beweist das FDP-Bekenntnis zu mehr Schulden und dem großen Knall. Stimmt nicht? Nun, sprachlich schon: „Schluss mit Schulden“ steht da. Gut, der Ruhrpottler verschluckt schonmal solche Kleinigkeiten wie ein „den„. Obwohl – würde man nicht alternativ eher „Schluss mit die Schulden“ sagen? Wir dürfen also alle gespannt sein, wie sich die FDP dieses Ende vorstellt – und was sie mit den neuen Schulden so alles anzuschaffen gedenkt. Der Schluß kommt jedenfalls – mit Schulden. Ha-ha.

Die SPD macht es sich aber genauso leicht – die Sprüche, die uns vortäuschen sollen, es habe die Schrödersche Hartz4-Logik nie gegeben, sind eingebettet in einen Verlauf von Rot zu violett. Gilt das schon als politisches Statement? „Wir sind so dunkel, dass wir von rot bequem zu schwarz wechseln werden“? Oder so ähnlich? Oder hat die alte Tante SPD vor lauter Ratlosigkeit nach all den eigenen Grausamkeiten, den Qualjahren in der großen Koalition und der langen, langen Oppositionszeit gar vergessen, ob sie lieber schwarz oder rot sein will – und vorsorglich schonmal alle Farben in diesem Spektrumsverlauf gebucht?
Jedenfalls lässt sich sagen: die Plakate sind bei Tag schon z.T. schlecht lesbar – in der Nacht sieht man sie kaum noch. Da aber ohnehin nichts Wichtiges darauf geschrieben steht, ist das auch nicht so schlimm.

Man möchte dem grinsenden Steinbrück auf den Wesselmännern auf sein „Sie haben es in der Hand“ doch am liebsten ein fröhliches „Jo – das Lenkrad!“ zurufen. Ich meine – wer sind „sie“? Wir? Oder die? Überall entscheidet auf den Plakaten der Sozialdemokraten das „wir“ – und nun doch „sie“? Was denn nun?

Übrigens bin ich gar nicht böse darum, daß wir hier im Kreis keine Wesselmänner aufgestellt haben. Erst einmal muß man dieser Firma nicht noch mehr Kohle in den Rachen schieben, zweitens einmal würde das bei so manchem unserer Wähler auch nicht gerade gut ankommen und drittens sind die Dinger im Straßenverkehr eine absolute Plage. Wenn sie nicht gerade in zweiter Reihe vor dem Randbewuchs stehen, dann stehen sie meistens an Stellen, wo sie dem Straßenverkehr den freien Blick rauben. Besonders (im negativen Sinne) beeindruckend kann man das in Castrop-Rauxel am Engelsburgplatz betrachten, einem Verkehrsknotenpunkt, der zwei große Straßen miteinander verknüpft. Im Normalfall ist dieser Platz gut überblickbar. Nun aber hat dort jemand ein Wesselmann-Domino aufgebaut. Locker ein Dutzend dieser Dinger steht dort, eine moderne Mauer aus Kopf-ohne-Message-Installationswänden. Toll.

Der absolute Top-Auswuchs der Woche kommt allerdings von den himmelblauen 38-Punkte-Parteigängern. Die Rede ist von der AfD.
Zwar haben sie Herten glücklicherweise mit ihren rückwärtsgewandten Thesen derzeit meines Wissens nach noch verschont. Andere Städte im Kreis hat es da schlimmer erwischt. Der Hammer der Woche ist jedoch eine Laterne am Einfahrtspunkt eines Kreisverkehrs. Dort hat man (direkt die Sichtlinie des ankommenden Fahrzeugs nach rechts komplett versperrend) gleich vier Plakate übereinander an eine Laterne gepappt.
Mal ganz davon abgesehen, dass niemand all diese Sprüche im vorbeifahren wird lesen können – es kommt doch stark der Eindruck auf, da wollte einer unbedingt schnell fertig werden.

Wie dem auch sei – für uns Piraten im Vest ist dieser ganze Kinderkram eben das: kindisch. Wir wollen so etwas nicht und es ist auch nicht nötig. Kein Wähler wird zusätzlich gewonnen, wenn sich Parteien gegenseitig das Equipment demolieren. Die Leute hören auch nicht plötzlich auf, Piraten oder Linke zu wählen, bloß weil ihr, liebe CDUSPDFDPAFD unser teuer bezahltes Wahlwerbematerial klaut und zerstört.
Ich persönlich kann dazu nur sagen: schämt euch!

Wer nicht einmal in der Lage ist, Wahlkampf und Straßenkampf voneinander zu unterscheiden, sollte sich einmal fragen, ob er/sie in einer demokratischen Partei überhaupt etwas zu suchen hat.

Soweit es uns betrifft – wir wollen durch Worte und Inhalte überzeugen. Dafür setzen wir gerne ein Zeichen der Solidarität mit jenen demokratischen Parteien, die das auch so sehen. Alles Weitere dazu in Kürze auf dem Blog der Hertener Piraten (www.piraten-herten.de) .

In diesem Sinne: Happy Wahlkämpfing!

Veröffentlicht unter Herten | Kommentar hinterlassen

Das Schweigen der Lämmer

Ich gestehe, ich bin ein Alien. An Tagen wie diesen fühle ich mich so fremd unter den Menschen in diesem Land, als sässe ich auf Alpha Centauri. Es ist schön hier, keine Frage, ich lebe gerne in diesem Land – einzig diese Deutschen, die hier herumlaufen, die kann ich nicht verstehen. Und ja, ich verallgemeinere damit, denn es fällt mir leicht:

http://www.hertener-allgemeine.de/nachrichten/Umfrage-sieht-FDP-nbsp-bei-sechs-Prozent-und-Pattsituation;art818,1070290

Laut EMNID liegen Schwarz/Gelb und Rot/Grün gerade beide bei jeweils 46% in der Wählergunst. Das muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: die Einen lassen die ganze Bevölkerung anlassloss und ohne konkretes Verdachtsmoment ausspähen und ausspionieren – die Anderen haben es zuvor auch schon getan.

Die Anderen haben mit Hartz4 und der Finanzmarktderegulierung Deutschland in eine soziale Schieflager der Extraklasse geführt und unsere Streitkräfte für allerlei Auslandseinsätze von der Kette gelassen – was die Einen nach dem Regierungswechsel fröhlich fortgeführt haben.

Man könnte meinen, dass ein Volk, welches von seinen Politikern dermassen nach Strich und Faden belogen und betrogen (ich nenne da nur mal das Geschwurbel um PRISM und den BND, der da fleissig mitmischt, während unser Innenminister Friedrich und die Kanzlerin die Ahnungslosen mimen) wird, die verantwortlichen Politiker abwählt und in die Wüste schickt, wo sie fürderhin Sandkörnchen zählen dürfen. Nicht so der Deutsche, das geborene Phlegmatikum – er wählt die unsauberen Herrschaften immer und immer und immer und immer wieder, regt sich an anderer Stelle dann aber über genau diese Leute auf.

Während dessen liegt die Linke bei 6-8%, die Piraten bei 2-4%. Deren Protest findet kaum den Weg in die Berichterstattung, alle halten sich die Ohren zu und kneifen die Augen zusammen, singen „nanananana, I can’t hear youuu“ und genießen den Sommer, in dem schon einfache Festivitäten grundlos von der Polizeit kameraüberwacht werden (https://www.youtube.com/watch?v=3UcqHcWrZ_8).

Ganz ehrlich, liebe Mitmenschen, die ihr weiterhin SPDCDUGRÜNEFDP wählt – ich verstehe euch nicht. Ich will euch glaube ich auch nicht verstehen, denn es geht mir nicht in den Kopf, weshalb ihr die, über deren Taten ihr meckert, immer wieder in Amt und Würden wählt. Warum ihr einer Regierung, die eure Rechte mit Füssen tritt, euch öffentlich verspottet und alles, was sie tut, als „alternativlos“ hinstellt, weiterhin euer Vertrauen aussprecht anstatt sie zum Teufel zu schicken.

Ach, weil die ja professionelle Politiker sind und wir Piraten nur Amateure, ja? Das höre ich auch sehr oft. Wenn die SPD einen Busfahrer in den Landtag schickt, wie hier in Herten, dann ist der natürlich unglaublich qualifiziert, kommt ja von der SPD. Ein Piraten-MdL kann studiert, gelernt und gemacht haben, was er will – er ist ein unqualifizierter Chaot. So wenig trauen sich die Deutschen also selbst zu – wenn sich normale Bürger abseits der Altparteien engagieren und Politik mitbestimmen wollen, spricht ihnen die Mehrheit die Qualifikation ab.

Stattdessen lässt man lieber die „Profis“ weiter munter gegen Bürgerrechte verstossen, Gesetze verabschieden, die regelmässig vom Bundesverfassungsgesetz kassiert werden und die ganze Bevölkerung unter Generalverdacht und Flächenausspähung setzen. Wohin diese professionellen Politkasper Deutschland gebracht haben, das kann man allenthalben sehen, hören und fühlen. Klasse. Dieses Dilletantentum wird hochbezahlt. Und 90% der Mitbürger wollen es. Ab zur Schlachtbank, ihr Lämmer! Wählt die Metzger, die euch fürderhin das Fell über die Ohren ziehen, doch einfach wieder. Vielleicht werden sie sich ja irgendwann doch mal besinnen und zum „Wohl des Volkes“ regieren. Vielleicht steigen sie auch einfach nur vom Messer auf den stumpfen Löffel um…

Was muß also passieren, damit hierzulande die Menschen auf die Barrikaden gehen? Ich schlage vor, wir schaffen die Pendlerpauschale ab, setzen den Benzinpreis auf 4,50€ pro Liter und verlegen die Sendezeiten von Lindenstrasse und Sportschau auf Mittwoch Nacht, 1:30 Uhr. Dann gehen sie eher auf die Barrikaden, als wenn man ihnen ihre Grundrechte nimmt.

Deutschland im Jahre 2013. Ein Trauerspiel. Ich hoffe immer noch darauf, dass die Einschläferungstaktik der Altparteien, gewisser Medien und Demoskopen am Ende doch nicht aufgeht und die Menschen ihren Protest auf die Wahlzettel bringen.

Veröffentlicht unter Herten, Me, myself and I. Perhaps you., Piraten, Politische Diskussion | Kommentar hinterlassen

Und es passiert immer und immer und immer wieder!

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich an dieser Stelle den Blogpost https://diasporapiraterie.wordpress.com/2013/06/13/getretene-menschenrechte/ verfasst, indem es um die Missachtung der Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Trans- und Intersexuellen in den Staaten des subsaharischen Afrika ging.

Wenn ich die wahlkämpfenden Parteien, deren Vertreter im Bundestag sonst keinerlei Skrupel in der Ignoranz solcher Menschenrechtsverletzungen zeigen, nach ihrem Standpunkt zur LGBT-Verfolgung in afrikanischen Ländern fragen, würde ich vermutlich einen Haufen dahersalbaderte Betroffenheit bekommen, mit dem Versprechen, sich auch ganz ganz doll für diese Menschen einzusetzen, wenn ich nur XYZ in die Regierungsverantwortung wählen würde. Ist klar. Wisst ihr was? Ich glaube, ich mache das mal – das mit dem Fragen.

So. Warum ich das Thema so bald wieder auf den Schirm genommen habe? Vielleicht liest man es: weil ich Wut im Bauch habe. Weil es wichtig ist. Weil es immer und immer wieder passiert. Es hört und hört nicht auf. Schon wieder ist ein Aktivist für Homosexuellenrechte ermordet worden, dieses mal in in Kamerun:

http://www.africareview.com//News/Cameroon-gay-activist-killed/-/979180/1916972/-/ao6bf6/-/index.html?relative=true

http://www.huffingtonpost.com/2013/07/16/eric-ohena-lembembe-killed-dead_n_3604460.html

Das ist einer der Gründe, warum ich Piraten im Bundestag haben will. Weil ich will, dass sie sich eindeutig und unmissverständlich gegen solches Unrecht positionieren, solche Verbrechen offen und direkt anprangern. Weil ich auf Politiker die im Stillen ihr leises Bedauern äussern, verzichten kann. Weil ich genug habe von der Art und Weise, wie die derzeitigen Regierungsparteien die Verfolgung von Menschen durch ihr Verhalten bewusst oder unbewusst zur Marginalie erklären.

Ich weiß, dass wir eine ganze Menge Leute in der Piratenpartei haben, denen die Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht gleichgültig ist – und es ist, es muss dabei vollkommen gleichgültig sein, ob dieses Unrecht hier in Deutschland, in einem Nachbarland oder in weiter Ferne geschieht. Nicht umsonst haben wir die Forderung, dass die Verfolgung aufgrund sexueller Orientierung als Asylgrund anerkannt werden muß, in unser Programm aufgenommen. Eine Partei, die sich als Menschenrechtspartei sieht, darf nicht schweigend zusehen, sondern sie muß laut werden.

 

Veröffentlicht unter Afrika - über Menschen. Und Politik. Und Entwicklung., Außen-/Sicherheitspolitik, Piraten | Kommentar hinterlassen

Hey – Urlaub für alle!

Ich schlage heute die Zeitung auf und lese sogleich: der deutsche Kinderschutzbund hat wieder einmal eine Studie zum Leben von Kindern unter ALG2 herausgebracht.

Skandal! Mehr als zweieinhalb Millionen Kinder fahren aus Armutsgründen nicht in den Urlaub! Und das in Reiseweltmeisterland! Wie können die nur – kein Wunder, dass die Reiseveranstalter der Reihe nach pleite gehen. Egoistisches Pack. Die arme Wirtschaft! *Sarkasmus aus*

Oh wait – war es nicht Rabenvater Staat, der dank ALG2 Millionen Menschen unter einen Armutssatz gedrückt hat, der solchen Luxus wie Urlaubsreisen gar nicht zulässt? Wenn der Kinderschutzbund jetzt vollmundig vorschlägt, Eltern solle im Rahmen des Bildungs&Teilhabepakets eine Art Urlaubsgeld in Höhe von 300,-€ pro Kind gezahlt werden, dann frage ich die Damen und Herren doch glatt einmal, wo und wie lange eine Familie denn mit 300,-€ Urlaub machen kann. In vielen Haushalten ist das Problem nämlich, dass die Eltern ihren Anteil am Verreisen kaum zusammensparen können. Gut – ich kenne Leute, die lieber mal ein Vierteljahr nicht frühstücken, als die Urlaubsreise ausfallen zu lassen. Seltsamerweise zumeist solche, die gar keine ALG2-Bezieher sind – da hat das mehr mit dem Selbstverständniskurs der Biberheimbesitzer zu tun, die alle Häuschen, zwei Autos, 1-2 Reisen pro Jahr und den neuesten Kultspielkram im Garten brauchen, um im ich-gehöre-noch-zum-Mittelstand-Kasperwettbewerb der Nachbarschaft mithalten zu können.

Auch mal davon abgesehen, dass selbst unter Jobcenter-Mitarbeitern offenkundig die Meinung populär ist, dass ALG2-Empfänger gar keinen Urlaub brauchen, weil sie ja eh das ganze Jahr frei haben (noch eine Stammtischmeinung, anyone? Warum auch sollen die Jobcenterleute ihre „Kunden“ anders behandeln, als der Rest der Bevölkerung…) und in völliger Ignoranz der Tatsache, dass hunderttausende ALG2-Empfänger als Aufstocker arbeiten gehen – die Probleme, welche diese Familien haben, liegen vor allem in zu wenig Einkommen und dem Bürokratismus, dem sie seitens der Jobcenter ausgesetzt sind.

Urlaub füllt nicht den Kühl- oder Kleiderschrank. Urlaub bezahlt auch keine anderen Kosten. In der selben Zeitung lese ich, daß der heimische Wasserversorger die Preise anheben wird. Im Laufe der Woche haben Stromanbieter und regionaler Verkehrsverbund das Selbe angekündigt. Von einem relevanten Anstieg der Regelsätze stand dort nichts.

Es ehrt Herrn Hilgers, den Präsidenten des Kinderschutzbundes, zwar, dass er auch ALG2-Bezugsfamilien den „identitätsstiftenden Faktor Familienurlaub“ gönnen will, der laut seiner Logik offenbar essenziell für den Zusammenhalt innerhalb einer Familie ist, er verkennt dabei aber vollkommen, dass er – mit Verlaub – von Pipifax redet. Mal ganz davon abgesehen, dass das moderne urlaubliche Reisen ein Phänomen ist, welches in dieser Form erst im Rahmen der Wirtschaftswunderjahre aufgekommen ist und in seiner Quintessenz nichts anderes darstellt als puren Luxus (man schaue einfach mal in die Geschichte oder meinetwegen in weniger „reiche“ Länder und stelle fest: Urlaubsreisen sind kein Menschenrecht, sondern zumeist ein Privileg der Wohlhabenden).

Die wahren Probleme von Familien liegen im Bestreiten des finanziellen Alltags. Da, wo auch die gut gemeinten Mindestlohnvorschläge von Rotgrün kaum für eine Linderung sorgen können, weil sie lächerlich gering sind – niemand kriegt mit 8,50€ Stundenlohn eine Familie durch den Monat, erst recht nicht ohne mit ALG2 aufzustocken. Wer also wirklich etwas für junge Familien unter ALG2-Bezug etwas tun will, der sollte deren finanzielle Verhältnisse deutlich verbessern. Nichts ist schädlicher für den familiären Zusammenhalt, als Dauerstress, verursacht durch ständigen Geldmangel bürokratischen und sozialen Druck.

Oh – und bitte, liebe Mitmenschen, hört endlich damit auf, Empfänger staatlicher Hilfsleistungen als „sozial schwach“ zu bezeichnen. Das ist diskriminierend. Sozial sind diese Menschen vielfach weitaus stärker als der Durchschnitt, helfen ihnen doch gerade ihre sozialen Kontakte und Fähigkeiten, mit dem Wenigen auszukommen, das ihnen zur Verfügung steht. „Wirtschaftlich schwach“ trifft da schon eher den Punkt.

Veröffentlicht unter Me, myself and I. Perhaps you., Mitmenschen - Likes und Dislikes | Kommentar hinterlassen

Raus auf die Strasse, Piraten!

So. Es ist Sommer. Es ist Wahlkampf.Es ist unsere Gelegenheit, in den Bundestag einzuziehen.

Ja, ich glaube tatsächlich daran. Immer noch, schon wieder und überhaupt. Wer an Umfragen glaubt: der Sprung hinauf von 3 auf 5% geht so schnell, wie umgekehrt. Ich habe zuviel über das Zustandekommen von Umfragen gelernt, als dass ich viel darauf geben würde. Was zählt, „is anne Urne“, alles andere ist Schall und Rauch – man konnte es gut am FDP-Ergebnis bei den NRW-Landtagswahlen sehen.

Also was jetzt? Wollen wir Piraten in den Bundestag haben? Nicht alle von uns, wie mir scheint. Sei es, weil ihnen der derzeitige Zustand der Piratenpartei nicht behagt, sei es, weil ihnen diese oder jene Nase nicht passt, weil sie einen schlechten oder gar keinen Listen- oder Direktkandidatenplatz bekommen haben, weil ihnen irgendwelche Programmbeschlüsse nicht gefallen, weil sie beleidigt ihren „Flügel“ gerade ohne den gewünschten Status sehen und und und. Es gibt Leute, die offensichtlich gegen einen Wahlerfolg arbeiten. Es gibt die Boykotteure. Die Kritiker. Die Zyniker. Die Enttäuschten. Die Überforderten. Ganz ehrlich? Schluss jetzt mit Kindergarten! Die persönlichen Befindlichkeiten könnt ihr irgendwo zwischenlagern. Jetzt kommt es aufs grosse Ganze an, Leute!

Erinnert euch bitte mal daran, weshalb ihr zu den Piraten gekommen seid, schaut euch um in diesem Land und dieser Welt und dann horcht mal in euch hinein – wollten wir nicht etwas verändern? Etwas bewegen? Gemeinsam? Ziele und so?

Klar, für die, die mich kennen, ihr habt natürlich Recht, wenn ihr sagt „was willst denn du, du warst doch ausgetreten“. Stimmt. Ich war vor nicht allzulanger Zeit komplett aus dem Rennen. Ohne dieses „Feeling“, ohne Lust, frustriert davon, wie die Medien mit uns umgehen und wir mit ihnen, genervt davon, dass immer zu wenige Leute für all die Dinge da sind, die zu machen wären, ausgebrannt von dem Genörgel und Gezerge der letzten Monate. Verärgert über die Diskrepanz zwischen „innen“ und „außen“. So. Ich habe etliche Zeit gehabt, um nachzudenken. Dabei hat sich eine Erkenntnis erhärtet: wenn du es nicht machst, machts keiner! Dementsprechend lautet die Antwort auf Macht euren Scheiss doch alleine! bedauerlicher Weise nicht, dass „die anderen“ plötzlich hochaktiv werden. Nein. Die Antwort lautet: „vergiss es!“

Ich für meinen Teil habe keine Lust, noch länger dabei zuzusehen, wie dieses Land und der ganze Planet vor die Wand gefahren wird. Mir reichts. Und es reicht mir auch, mich heimlich still und leise daheim zu empören – davon ändert sich nichts. Lasst uns unsere Themen auf die Strasse bringen. Werfen wir sie den Leuten in die Briefkästen. Hängen wir sie in den Wind. Lassen wir unsere Themen Wirkung zeigen. In der eigenen Filterbubble fröhlich den Protest wiederzukäuen, wird uns keine Stimmen bringen. Nur wenn es uns gelingt, andere mitzunehmen, werden Wählerstimmen daraus. Und auch, wenn uns die Leute nicht wählen: jeder Mensch, den wir dazu bringen, über den eigenen Tellerrand zu schauen, über unsere Themen nachzudenken und vielleicht mit anderen darüber zu sprechen, ist ein Gewinn. Als Partei haben wir auch einen Bildungsauftrag, das sollten wir nicht vergessen!

Wisst ihr was? Ich bin mal ganz ehrlich: es gibt den einen oder anderen auf unserer NRW-Liste, den ich da nicht gar so gerne sehe. Es gibt auf anderen Landeslisten ein paar Personen, die ich nicht wirklich im Bundestag sehen möchte. Ich mag längst nicht jeden Pirat, nur weil er oder sie Pirat ist. Manche finde ich sogar hochgradig zum Kotzen. Geht euch das auch so? Ist normal! Wenn man bedenkt, daß wir eine Partei mit vielschichtigen Meinungen und Schwerpunkten sind, dann kann man einfach gar nicht alle mögen. Dann muss es einfach auch solche geben, die man selbst niemals auf eine Liste gewählt hätte.

Und trotzdem gehe ich auf die Strasse. Nicht nur, weil wir auch sehr gute Frauen, Männer und Eichhörnchen auf unseren Listen haben. Sondern auch, weil ich der Meinung bin, dass die Piratenpartei mit ihren Zielen, Motivationen und Gedanken in alle Parlamente dieses Landes gehört. Und ich vertraue darauf, dass auch diejenigen, die ich persönlich eher weniger mag, im Bundestag nichtsdestoweniger unsere Themen nach vorne bringen und einen guten Job machen werden. Damit das so sein wird, werde ich für meinen Teil bis zum 22.9. so aktiv sein, wie es mir möglich ist. Infostände, Einzelaktionen, Blogposts, Pressemitteilungen, Plakatierung, Flyern, Messageboards – notfalls mache ich das auch noch alleine. Besser und spassiger ist es aber mit mehreren Leuten.

Also: begrabt mal bitte alle die Kriegsbeile und reisst euch zusammen. Sucht die Gegner für die nächsten knapp drei Monate im politischen Mitbewerberfeld und nicht in der eigenen Partei. Wie viele Leute hatten wir zur Landtagswahl an den Ständen und wo stecken die jetzt alle? Leute, ihr werdet gebraucht! Kommt raus aus euren Buden, helft mit, diesen Sommer zu unserem Sommer werden zu lassen.

Wenn ihr euch unbedingt gegenseitig fertig machen wollt – ab Oktober könnt ihr das gerne wieder tun, bis dahin haben wir „keine Zeit für so’n Scheiss“.

Veröffentlicht unter Herten, Me, myself and I. Perhaps you., Piraten | Kommentar hinterlassen